(see below for the English version)
Teil 1 – Vorstellung
Herzlich Willkommen auf diesem Blog! Hier wird es vorrangig um den historischen Hintergrund des Vereins Comites Feroces, also um Österreich zur Zeit der Hussitenkriege, gehen. Da (digitales) Papier geduldig ist, werde ich hier bestimmte Themen in weit größerem Detailgrad behandeln, als es auf Social-Media oder bei Gesprächen auf Veranstaltungen möglich wäre. Meine Hauptmotivation diesen Blog zu erstellen rührt aus dem Wunsch her, unsere Quellen an einem Ort zu sammeln und unseren doch recht hohen Anspruch bezüglich historischer Plausibilität nachvollziehbar zu machen. Bilder sagen mehr als 1000 Worte, doch gibt es Dinge, bei denen die Bildsprache nicht ausreicht – nicht alle Quellen (*ähem Rechnungsbücher ähem*) eignen sich für ein Display, sind aber oft essentiell für unser Verständnis der Vergangenheit. Dementsprechend möchte ich dem Teil der „tatsächlichen“ Geschichte unserer lebendigen Geschichtsvermittlung hier Raum bieten.
Da es außerdem große Überschneidungen zwischen meinen „professionellen“ und privaten Forschungsinteressen gibt, werde ich auch ab und an aus dem kulturhistorischen Nähkästchen plaudern.
Manche der vorgestellten Thesen und Funde sind Teil meiner akademischen Abschlussarbeiten und bislang nicht separat publiziert. Ansonsten bin ich aber bemüht, möglichst alle Quellen zugänglich zu halten, damit das geneigte Publikum meine Schlüsse nachvollziehen oder eigene Thesen aufstellen kann. Die meisten Quellen sind in deutscher Sprache gehalten, wenngleich einige davon recht antiquiert sein mögen. Mitunter werde ich aber auch auf Quellen in tschechischer, englischer Sprache oder Latein zurückgreifen.
Zu meiner Person: Mein Name ist Nicolas Loy, von Herzen und Berufswegen Mediävist. Ich habe Geschichte und Archäologie an der Universität Wien studiert, mit Fokus auf spätmittelalterlicher Geschichte, Realienkunde, Kriegsführung im 15. Jahrhundert und Burgenforschung. Mein Brotberuf ist die Rettungsarchäologie, die leider wenig Spielraum für eingehende Auseinandersetzung mit Objekten und Befunden lässt. Dementsprechend wende ich – wie so viele in diesem Hobby-Dunstkreis- einiges an Freizeit für Recherche und nun auch für diesen Blog auf.
Sollte es Fragen zu den Inhalten, Vorschläge, Lob oder Kritik eurerseits geben, dann nur her damit!
Zudem bin ich gerne behilflich, wenn eine Quelle vielleicht nicht so leicht auffindbar oder verständlich sein sollte.
Auch möchte ich vorweg schicken, dass die hier präsentierten Beiträge und darin vorgestellten Thesen selbstverständlich nicht unumstößlich sind. Vergleiche und Vermutungen sind das täglich Brot der Kulturwissenschaft, Kontextualisierungen immer auch subjektiv. In diesem Sinne freue ich mich auf rege Diskussionen, die vielleicht auf ganz neue Wege führen!
In den kommenden Wochen werde ich zuerst die Quellenlage unserer Darstellung grob umreißen, ehe ich mich auf die Details der Kriegsordnung 1431 stürze. Im späteren Verlauf werde ich auch meine eigenen Living-History-Darstellungen und die meiner Kolleginnen und Kollegen vorstellen. Sollte dies Euer Interesse geweckt haben, so begleitet mich gerne auf dieser Reise!
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Part 1 – Mission statement/Intent
Welcome to this blog, where I delve into our reenactment group’s historical background in a manner of detail that does not fit neither on Social Media nor on-site conversations (I pity the fools that would have to endure these ramblings in real life). Its contents will mainly focus on the Hussite Wars and their influence on Austria in the first half of the 15th century as this was and still is my main focus of interest and research. My prime motivation to start this blog stems from the desire to collect all the relevant sources in an accessible space that can in turn also enable discussions. Seeing as not all source-materials are easily adaptable to social media or displays on events (looking at you, accounting books) I want to provide room for the „actual“ history within our living history hobby.
About the author: My name is Nicolas Loy, I am a medievalist both at heart and professionally as I studied History and Archaeology at the University of Vienna. My day-job is in (rescue) archaeology, which sadly does neither have the time nor the resources to examine its findings more thoroughly. So, like any sane person in this hobby, I devote a lot of my free time to research and now also to writing this blog.
Some of what you can read here, was part of my bachelor’s thesis, some findings may belong to my master’s thesis, so you might not be able to find it anywhere else yet. However, I will stick mostly to (open-access) publications that are somewhat easily available so you can check my sources for yourself. Considering this blog’s intended scope, one should not be surprised by the fact that most of the source material is in German or Czech with only some of it being in English. Speaking of which: I will try to produce every post in both a German and an English version, with only minor deviances (hopefully).
If you have any suggestions for future topics or comments – be they appraisal (hooray!) or critique (oh nay…) feel free to contact us! Should you have trouble finding a source yourself, I shall gladly be of assistance.
Principally, I would also like to clarify that all of these forthcoming blog posts will contain hypotheses or even conjecture, which are somewhat integral to historical cultural studies anyway. Educated guesses are our bread and butter at times. So, please take some theses that I am going to present here with a grain of salt – this is not a scientific, peer-reviewed outlet. Nonetheless, I hope to inspire some you to take a look at the presented source material for yourself and perhaps draw your own conclusions.
Finally, I want to give you a small teaser, or perhaps a roadmap of what you can expect in the coming weeks: I will start by giving a broad overview and evaluation of the available sources relevant to our reenactment/living history hobby. After that I will examine the details of the war order of 1431 (that is going to be a long one). Later on, I may present to you my own reenactment-personas as well as those of my colleagues. If any of that sounds interesting to you, be my guest on this journey!
